AI im Kampf gegen Krebs: Wie Parloa das UKSH in die Zukunft der Patientenversorgung begleitet

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Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) gehört zu den größten Universitätskliniken Europas und vereint Spitzenmedizin und Forschung an den Standorten Kiel und Lübeck. Es beheimatet zudem das Universitäre Cancer Center (CCC), das Krebspatient:innen aus ganz Deutschland versorgt. Das UKSH nutzt künstliche Intelligenz bereits in verschiedenen Bereichen, unter anderem bei Telefonanlagen, und setzt die Technologie nun als europaweit erste Klinik in der klinischen Studienbegleitung sowie Patientenkommunikation ein. Ziel ist es, die Versorgungsqualität zu verbessern.

Vision

In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Krebs. Doch nur etwa 5% von ihnen nehmen an klinischen Studien teil, obwohl diese oft Zugang zu modernen Therapieoptionen bieten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Nicht jede Patientin und jeder Patient kommt medizinisch in Frage, geografische Distanz spielt eine Rolle, und nicht alle Betroffenen möchten an Studien teilnehmen. Doch ein Faktor, der sich systematisch adressieren lässt, betrifft den Informations- und Koordinationsaufwand: Studienprotokolle umfassen hunderte Seiten, Ein- und Ausschlusskriterien sind hochkomplex, und medizinische Teams haben im ohnehin belasteten Klinikalltag kaum Kapazitäten, jede Studie manuell zu prüfen. Hinzu kommt, dass Informationen im Patientengespräch häufig nicht ankommen, weil Betroffene emotional überfordert sind – oder weil Sprachbarrieren die Kommunikation erschweren. 

Das medizinische Team am UKSH verfügt über die Expertise, Patient:innen individuell zu beraten. Was fehlt, sind Zeit und skalierbare Prozesse. Hier setzt das Pilotprojekt mit Parloa an. 

Die Vision des UKSH: Ärzt:innen sollen sich auf die medizinische Versorgung konzentrieren können. AI Agents übernehmen dabei die koordinativen und administrativen Aufgaben, die heute wertvolle Kapazitäten binden. 

„Gemeinsam mit Parloa wollen wir zeigen, wie AI das medizinische Team unterstützen kann – nicht ersetzen. Unser Ziel ist es, neue Wege zu finden, wie innovative Therapien für mehr Patient:innen erreichbar werden und wie diese während komplexer Behandlungen besser begleitet werden.”

Prof. Dr. med. Anne Letsch, Leitung Onkologisches Zentrum Campus Kiel, Vorstand Universitäres Cancer Center SH (UCCSH)

So unterstützen AI Agents das medizinische Team 

Das laufende Pilotprojekt erprobt den Einsatz von Parloas AI Agents in drei Bereichen. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit dem UKSH evaluiert – insbesondere beim Studien-Matching, das methodisch wie regulatorisch hohe Anforderungen stellt. 

1. Intelligente Studiensuche

Die AI Agents durchsuchen eine kuratierte Datenbank onkologischer Studien und identifizieren auf Basis der eingegebenen Informationen potenziell passende klinische Studien – aktuell über sieben verschiedene Krebsarten hinweg. Bei präzisen Eingaben erreicht das System bereits eine Treffergenauigkeit von bis zu 80%. Die zentrale Herausforderung liegt derzeit in der Brücke zwischen medizinischer Fachsprache der Studiendatenbank und der Alltagssprache von Patient:innen. Genau hier wird intensiv weiterentwickelt. Ziel ist es, die Studienrecherche deutlich zu beschleunigen – die medizinische Bewertung und Entscheidung über eine Teilnahme bleibt selbstverständlich beim behandelnden Team. 

2. Telefonische Follow-up-Befragung im Studienkontext

Die AI Agents rufen Patient:innen an, die bereits an einer klinischen Studie teilnehmen, und führen strukturierte Befragungen im Rahmen des Studienprotokolls durch. Sie erheben standardisiert Daten – zuverlässig, in gleichbleibender Qualität und unabhängig von Tageszeit oder Personalverfügbarkeit. Das entlastet das Studienteam von repetitiven Erhebungsaufgaben und schafft Raum für die medizinisch anspruchsvolle Betreuung. Die Ethikkommission hat das Vorgehen ohne Änderungswünsche freigegeben, begleitend entsteht ein wissenschaftliches Publikationsmanuskript. Wichtig: Die Agents führen keine Aufklärungsgespräche und geben keine medizinischen Einschätzungen ab – sie sammeln Daten, sie beraten nicht. 

3. Administrative Entlastung rund um die Uhr

Terminorganisation, Erinnerungen zur Studienteilnahme, Rückfragen zu Unterlagen: AI Agents übernehmen administrative Routine-Kommunikation – auch abends und am Wochenende. Medizinisches Personal wird dadurch von koordinativen Aufgaben entlastet und kann sich auf die direkte Versorgung konzentrieren. 

Datenschutz und klinische Compliance

Für Kliniken ist Datenschutz die Grundvoraussetzung für jeden Technologieeinsatz. Das UKSH hat entsprechend hohe Anforderungen, die Parloa vollumfänglich erfüllt:

  • Datenhaltung in der klinischen Infrastruktur: Patientendaten verlassen die klinische IT-Infrastruktur nicht. Die Verarbeitung erfolgt innerhalb der bestehenden Systemlandschaft des UKSH, ohne Übertragung in externe Clouds oder Drittanbieter-Systeme.

  • Zugriffssteuerung und Rollentrennung: Der Zugriff auf sensible Patientendaten ist strikt auf autorisierte Nutzerrollen beschränkt. AI Agents operieren nur mit den Datenpunkten, die für die jeweilige Aufgabe freigegeben sind.

  • Compliance mit regulatorischen Anforderungen: Die Plattform ist auf die Anforderungen der DSGVO sowie klinikspezifischer Datenschutzvorgaben ausgelegt. Im Rahmen des Pilotprojekts werden Abschätzungen zu Datenschutzfolgen und klinische Freigabeprozesse gemeinsam mit dem UKSH-Datenschutzteam durchgeführt.

  • Kein Training mit Patientendaten: Gespräche und Patienteninformationen werden nicht zur Verbesserung von KI-Modellen außerhalb des vereinbarten Rahmens genutzt.

Warum Parloa?

Das UKSH hat gemeinsam mit PwC mehrere Anbieter evaluiert und sich für Parloa entschieden: 

  • Marktführende Voice AI: Parloa bietet eine Voice-first-Plattform für natürliche, mehrsprachige Gespräche – zuverlässig auch in emotional sensiblen Situationen. 

  • Echtzeit-Verarbeitung komplexer Studiendaten: Die Plattform kann umfangreiche Studienprotokolle und Kriterien automatisiert auswerten und dem medizinischen Team strukturiert aufbereiten. 

  • Proaktive Patientenansprache: AI Agents können ausgehende Anrufe tätigen, Informationen verständlich kommunizieren und Rückfragen beantworten – in der Muttersprache der Patient:innen. 

  • Datenschutz und Compliance by Design: Die Architektur ist von Grund auf auf klinische Datenschutzanforderungen ausgelegt.

„Wir wollen durch den Einsatz von AI das medizinische Team entlasten und mehr Patient:innen den Weg zur richtigen Therapie erleichtern. Mit Parloa haben wir dafür den richtigen Partner gefunden." 

Prof. Dr. med. Anne Letsch, Leitung Onkologisches Zentrum Campus Kiel, Vorstand Universitäres Cancer Center SH (UCCSH)

PwC begleitet das Projekt bei der strategischen Umsetzung und Integration in bestehende Krankenhaus- und Studienprozesse.

Ausblick

Das Pilotprojekt am UKSH ist ein erster Schritt, um zu erproben, wie AI Agents das klinische Team in Koordination, Kommunikation und Administration entlasten können. Gemeinsam wollen das UKSH und Parloa aus den Erfahrungen dieses Piloten lernen und zeigen, wie Voice AI klinische Prozesse sinnvoll ergänzen kann – ohne den Anspruch, medizinische Expertise zu ersetzen.

Wenn sich die Ansätze bewähren, sollen sie perspektivisch auf weitere Fachbereiche ausgeweitet werden. Was heute in der Onkologie erprobt wird, könnte künftig ein Modell für die breitere Integration von AI in die klinische Versorgung werden. Dabei immer im Fokus: Der AI Agent unterstützt die organisatorischen Prozesse, während alle medizinischen Entscheidungen beim klinischen Team bleiben.